Kreative „daheimarbeit“

Meldung vom 6. Mai 2021,
Allgemein

Wie Homeoffice das Wohnen verändert.

Kreis Lippe. In den vergangenen Monaten ist mobiles Arbeiten von zu Hause aus für viele zum neuen Alltag geworden – mal am Schreibtisch, mal am Küchen- oder auch am Wohnzimmertisch. Sandra Bruns ist Professorin für Innenarchitektur und überzeugt, dass Homeoffice das Wohnen nachhaltig und dauerhaft verändern wird.

„Momentan beobachten wir einen starken Wandel in unseren Wohnräumen. Das Zuhause erlebt eine ganz neue Wertschätzung.“ Innenarchitektin Sandra Bruns ist Professorin am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur und lehrt das Fach Entwerfen von Räumen und Einrichtungen mit dem Schwerpunkt Wohnen. „Gleichzeitig ist der Raum, der eigentlich unserem Schutz und Rückzug dient, jetzt auch Arbeitsraum. Wir geben Einblicke ins Private und nutzen unsere privaten Räume, um uns oder etwas zu präsentieren.“

Die Folge: Wenn man so viele Stunden in den eigenen vier Wänden verbringt, stellt man fest, was nicht passt. „Früher waren wir viele Stunden im Büro und abends auch noch mal unterwegs. Jetzt müssen die Räume zu Hause im privaten und beruflichen Alltag funktionieren und uns unterstützen. Es gibt neue Anforderungen an unser Zuhause, denen es oft nicht mehr gerecht werden kann“, sagt Sandra Bruns. „Der offene Wohnraum, die offene Küche ist selten das Richtige für Homeschooling und Homeoffice.“

Professorinnen und Professoren der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur haben unter dem Titel „daheimarbeit“ einen Wettbewerb unter Studierenden und Beschäftigten der Hochschule ins Leben gerufen, um sich kreativ mit dem Thema Homeoffice auseinanderzusetzen. Professor Dr. Andreas K. Vetter ist einer der Initiatoren: „Die Resonanz war ebenso vielseitig, wie kreativ. Neben Entwürfen für neue Möbel sind auch künstlerische und persönliche Reflexionen als Texte, Zeichnungen und Filme eingegangen.“ Die Beiträge kann man sich in einer virtuellen Ausstellung unter anschauen.

Ein wichtiges Thema in vielen Beiträgen: das Verhältnis von Nähe und Distanz. Wenn die gesamte Familie zu Hause arbeitet, lebt und lernt, kann es schon mal eng werden. Sandra Bruns beobachtet schon jetzt, wie die neue Lebenssituation Einfluss auf Architektur und Design nimmt: „Wir werden Räume entwerfen, die sich uns anpassen können, die flexibel sind. So wie beispielsweise im klassischen Altbau mit großen Flügeltüren, mit denen man Räume zusammenschalten oder trennen kann. Die Großzügigkeit erlauben und gleichzeitig Rückzug schaffen, um beispielsweise konzentriert zu arbeiten“, erklärt die Innenarchitektin.

Mindestens genauso wichtig nach Einschätzung von Sandra Bruns: Platz für Bewegung und Orte für Pausen. „Durch das Homeoffice hat sich die Arbeit sehr verdichtet und ist latent anwesend. Die Wege zur Arbeit und wieder nach Hause oder auch im Büro hatten eine Funktion: Es gab eine Pause zwischen Arbeit und Privatleben, der Abstand, der half um einen anderen Blickpunkt zu bekommen. Diese Intervalle brauchen wir, um auch auf kreative, innovative Lösungen zu kommen und um wieder den Akku aufzuladen“, sagt die Professorin. „Wir, die Arbeitnehmer und auch die Arbeitgeber sollten viel mehr akzeptieren, dass diese Pausen bzw. die entstehenden Intervalle dazugehören. Sie sind wichtig, damit unsere kreative, rechte Gehirnhälfte angeregt wird. Es wäre gut, wenn es in Zukunft mehr um das Geleistete geht, also das Erreichen von gemeinsam gesteckten Zielen; als um die Stunden, die wir arbeiten.“

Aber nicht nur der Arbeitsraum zu Hause wird sich verändern. Auch der im Büro: „Büros werden zu Meeting-Räumen werden, um sich zu begegnen, sich vor Ort in Teams auszutauschen und dieses als etwas Kostbares zu pflegen. Das konzentrierte Arbeiten kann dann auch ggf. zu Hause stattfinden, wenn nicht gerade auch Homeschooling ist“, sagt Bruns. „Das wäre eine neue Welt des Arbeitens und eine Chance für die Integration unterschiedlicher, neuer Arbeits- bzw. Lebenssituationen.“

Den Trend zu mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sieht Sandra Bruns auch bei Möbeln: „Sie müssen sich unseren Bedürfnissen mehr anpassen können und darüber hinaus sollten sie auch für andere Lebenszyklen nutzbar sein, so würden sie nachhaltiger und wieder vererbbar sein können.“

Die Pandemie und die vermehrte Zeit zu Hause haben gezeigt: „Letztendlich geht der ganze Raum in einen Dialog mit einem, ist unterschwellig wie ein Partner. Wir als Gestalter müssen Räume so entwerfen, dass sie zu den Nutzenden und ihren Handlungen passen, aber auch Freiheiten lassen, damit die Nutzenden sich den Raum zu eigen machen können.“

Foto: Nele Martensen

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