Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und mutmaßlichem Mord.

Am Freitagabend, 25. November, gegen 18:25 Uhr, erhielten die Feuerwehr Lippe sowie die Polizei Kenntnis über den Brand eines Einfamilienhauses in Detmold an der Lageschen Straße, welches von einer 77-jährigen Frau und ihrem 55-jährigen Sohn bewohnt wird. Bei Eintreffen der Rettungskräfte vor Ort, die ursächlich wegen eines Zimmerbrandes alarmiert worden warenn, drang bereits dichter Rauch aus dem Dachgeschoss des Gebäudes. Während der 55-Jährige vor dem Haus mit leichten Verletzungen angetroffen wurde, machte sich seine Mutter an einem Fenster im ersten Obergeschoss bemerkbar. Ein Trupp unter Atemschutz versuchte, die Frau von innen zu erreichen, was aber wegen der starken Ausbreitung des Feuers im Obergeschoss nicht gelang, weswegen die Drehleiter zum Einsatz kam. Die Frau erlitt schwerste Brandverletzungen und wurde, nach notärztlicher Behandlung vor Ort, ins Klinikum Detmold eingeliefert. Noch in den Abendstunden erfolgte eine Verlegung mittels eines Rettungshubschraubers in eine Spezialklinik für Brandverletzungen in Dortmund, wo sie am Samstag ihren Verletzungen erlag.

Noch während der Rettungsmaßnahmen breitete sich das Feuer so rasant auf den gesamten Dachstuhl des Gebäudes aus, dass die im Gebäude befindlichen Trupps den Rückzug antreten mussten und eine Brandbekämpfung im Folgenden nur noch von außen möglich war. Zur Unterstützung der Löschmaßnahmen wurde eine zusätzliche Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug von der Feuerwehr Lage angefordert. Wegen der starken Rauchentwicklung im Umfeld, wurde eine Information der Bevölkerung über die Warnapps Nina und Katwarn veranlasst. Ein Fußballspiel auf dem Sportplatz in Jerxen-Orbke wurde in Absprache mit der Polizei vorsichtshalber abgebrochen. Neben dem hauptamtlichen Personal waren der Löschzug Mitte, die Löschgruppen Pivitsheide und Brokhausen, zwei Rettungswagen, sowie zwei Notärzte und der leitende Notarzt vor Ort. Ebenfalls unterstützte der Atemschutzcontainer des Kreises Lippe. Eine DRK-Einheit aus Detmold stellte die Versorgung der Kräfte an der Einsatzstelle, die Löschgruppe Hiddesen den Grundschutz für das Stadtgebiet Detmold sicher.

Im Laufe der ersten polizeilichen Ermittlungen vor Ort ergaben sich Verdachtsmomente, die auf eine vorsätzliche Brandlegung durch den 55-Jährigen schließen ließen. Weitere Ermittlungen erhärteten diesen Verdacht, so dass der 55-Jährige vorläufig festgenommen wurde. Am Samstag erfolgte die Vorführung vor einen Haftrichter, der die Untersuchungshaft gegen den Mann anordnete. Die Ermittlungen durch das Kriminalkommissariat 1 dauern an.

Foto: Oliver Böttcher – Feuerwehr Detmold