Was verbindet Antonio Vivaldi mit dem Klimawandel? Die Hochschule für Musik Detmold gibt darauf Antwort: Vom 9. bis 11.05. werden Alte und Neue Musik in einem neuen Konzertformat miteinander verflochten. Die Tage Alter und Neuer Musik laden dazu ein, vertraute Werke in neuem Licht zu hören und gesellschaftlich aktuelle Themen wie den Klimawandel musikalisch erfahrbar zu machen.

Künstlerisch verantwortlich für dieses neue Veranstaltungsformat sind Prof. Dr. Mark Barden (Komposition) und Prof. Flóra Fábri (Historisch informierte Aufführungspraxis). Gemeinsam schlagen sie eine Brücke über 300 Jahre Musikgeschichte und beweisen, dass Alte und Neue Musik keine Gegensätze sein müssen, sondern sich gegenseitig bereichern und inspirieren können.

Eröffnet werden die Tage am Freitag, den 9.05., um 19.30 Uhr im Konzerthaus Detmold mit dem Antrittskonzert von Prof. Dr. Mark Barden. Der vielfach ausgezeichnete Komponist, dessen Werke bei Edition Peters erscheinen und der u.a. mit dem Komponistenförderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet wurde, präsentiert zusammen mit Lehrenden und Studierenden eigene Werke, die er in einen spannungsvollen Dialog mit Kompositionen Johann Sebastian Bachs stellt. Kurze experimentelle Miniaturen, klangliche Feinheiten und eine unkonventionelle Raumnutzung eröffnen neue Hörerfahrungen. Die Musikerinnen und Musiker verteilen sich im Raum, das Publikum erlebt Klang in Bewegung. Neben Bardens eigenen Werken erklingt unter anderem Bachs Sinfonia aus der Partita in c-Moll, die Barden in einer Eigenkomposition reflektiert und neu interpretiert. Es spielt auch das Ensemble Earquake unter Leitung von Merve Kazokoğlu. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

Am Samstag, den 10.05., folgt um 19.30 Uhr im Brahms-Saal ein Abend mit barocker Kammermusik: Die Fagottistin Györgyi Farkas (HMT Leipzig) und Studierende der Hochschule widmen sich Werken von Heinichen, Vivaldi und Zelenka, musikalisch geleitet vom Cembalo von Flóra Fábri. Hier steht die historisch informierte Aufführungspraxis im Mittelpunkt. Auch dieses Konzert ist bei freiem Eintritt zu erleben.

Am Sonntag, den 11.05., erreichen die Tage Alter und Neuer Musik ihren Höhepunkt: Im Konzerthaus Detmold erklingen Antonio Vivaldis Vier Jahreszeiten – jedoch nur zum Teil in ihrer bekannten barocken Fassung. Die Sätze „Sommer“ und „Winter“ beinhalten Neukompositionen von Mark Barden und seinem Studenten Carlo Tosato, die das Werk aktualisieren und neu interpretieren. In diesen setzen sich Florian Ludwig und das Ensemble Earquake musikalisch mit dem Thema Klimawandel und den Veränderungen von Natur und Umwelt auseinander. Wissenschaftliche Erkenntnisse über den Wandel der Jahreszeiten und die Folgen für Flora und Fauna werden in Musik übersetzt und lassen das Publikum bekannte Klänge in einem neuen, oft nachdenklichen Licht erscheinen. Beginn ist um 18.00 Uhr.

Das Publikum wird durch Vivaldis eigene, erläuternde Sonette begleitet, die den musikalischen Verlauf – wie das Zwitschern der Vögel oder das Aufziehen eines Sturms – kommentieren. Die Solopartien an der Violine übernehmen Sarah Saviet und Rebecca Raimondi.

Für das Abschlusskonzert am 11.05. sind Eintrittskarten zum Preis von 8 Euro (ermäßigt 6 Euro für Personen unter 30 Jahren) unter https://hochschule-detmold.reservix.de sowie an der Abendkasse erhältlich.
Quelle & Foto: Hochschule für Musik Detmold