Dem Angeklagten wird vorgeworfen, den Zeugen D aufgefordert zu haben,
am nächsten Tag zum Parkhaus am Hasselter Platz in Detmold zu kommen
und einen Betrag in Höhe von 210 Euro mitzubringen, nachdem der D ihm
mitgeteilt hätte, dass ihm die Vapes, die der D für den Angeklagten veräußern
habe sollen, weggenommen worden seien. Der D sei daraufhin am 02.
Dezember 2024 gegen 17:30 Uhr am vereinbarten Treffpunkt erschienen –
allerdings ohne den geforderten Geldbetrag. Der Angeklagte sei dort nicht
allein erschienen, sondern gemeinsam mit einer weiteren unbekannt
gebliebenen Person. Dem gemeinsamen Tatplan entsprechend habe der
Angeklagte den D aufgefordert, den Geldbetrag innerhalb der nächsten
halben Stunde zu beschaffen, sonst würden „Köpfe rollen“ und die Familie des
D sterben. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, habe der
Angeklagte dem D etwa 30 Sekunden ein Cuttermesser mit einer
ausgefahrenen Klinge an die Kehle gehalten und das Mobiltelefon des D als
Pfand aus dessen Hosentasche genommen, auf dem sich auch die
Kontaktdaten der Familie des D befanden haben sollen. Der D habe zunächst
noch versucht, an das Geld zu gelangen, sich dann aber entschlossen,
seinem Stiefvater von dem Vorfall zu berichten, der die Polizei informiert habe.

Landgericht Detmold, Montag, den 13. Oktober 2025 (Strafkammer I)

 

Quelle: Landgericht Detmold

Foto: Detmold Plus