Streuobstwiesen statt Baumschutzsatzung

Meldung vom 14. Februar 2021,
Allgemein

SPD-Fraktion stellt Antrag zum „Förderprogramm Artenvielfalt“.

Die SPD-Fraktion beantragt, ein Förderprogramm für Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt und des Naturschutzes im Themenfeld Nachhaltige Quartiere im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Detmold als „Global Nachhaltige Kommune“ einzurichten.

Bestandteile des Förderprogramms sind:

  • Die Umwandlung bestehender Stein- und Schottergärten in umweltfreundliche Grünflächen.
    Die Entsiegelung privater Vorgärten in Grünflächen (Wildblumenwiesen, Staudenbeete, Gehölzflächen mit naturnaher Bepflanzung) soll für die ersten 20 Bewerberinnen unbürokratisch mit bis zu 500 Euro gefördert werden.
  • Die Weiterführung des Förderprogramms zur Einrichtung von Blühwiesen mit der Ausgabe von Saatgut an private Anwenderinnen.
    Die Umwandlung weiterer geeigneter städtischer Flächen in Blühwiesen und die Aufstellung von „Bienenhotels“.
  • Die Ausweitung des Programms zur Abgabe des „Baum des Jahres“ an Bürger, von bisher 6.000 auf 10.000 Euro.

Für diese Maßnahmen fordert die SPD-Fraktion entsprechende Haushaltsmittel in den Haushalt 2022 einzustellen.

Zur Begründung gibt die Fraktion an, dass nachhaltige Stadtentwicklung ist eine Zukunftsaufgabe und Herausforderung für Detmold sei. Wie bereits dem Positionspapier zu Detmold als „Global Nachhaltige Kommune“ entnommen werden kann, möchte die Detmolder SPD eine Umweltpolitik, die sich nicht an Verboten und Ordnungsrecht orientiert, sondern sich an Einsicht, Vernunft und aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger richtet. Dazu gehöre die Anregung zur Anlage von Streuobstwiesen, Blühwiesen, Insektenhotels und auch die Erhöhung des Baumbestandes.

Die Förderung solle einen Anreiz geben und das Bewusstsein schärfen, dass naturnahe Gärten nicht nur Pflanzen und Tieren einen besseren Lebensraum bieten, sondern auch die Lebensqualität für alle Menschen erhöhen würde.

„Ein Grund für diese Förderung ist, dass versiegelte Flächen den Boden erwärmen und keine Frischluft produziert wird. Schottergärten bieten Pflanzen und Tieren keinen Lebensraum und der Wasserhaushalt verschlechtert sich, weil kaum Regen versickern kann. Sie sind nachteilig für das ökologische Gleichgewicht. Sie speichern Sommerhitze und stehen in Zeiten des Klimawandels nicht als kühlende Flächen zur Verfügung. Außerdem ist die Ansicht ein Schottergarten sei auf Dauer pflegeleicht, ein Irrtum. Moose und Unkraut in Steingärten sind sehr auffällig und das Entfernen erfordert viel Aufwand“, heißt es seitens der SPD-Fraktion.

Eine Baumschutzsatzung ist aus ihrer Sicht nicht das richtige Instrument, um einen ökologischen Mehrwert und mehr Vielfalt zu erreichen. Durch die bis 2016 bestehende Satzung wurden in der Vergangenheit von 2012 bis 2015 nur 7 Prozent der Anträge auf Baumfällungen abgelehnt. Im besten Fall könne man nur den Status Quo erhalten. Die Neuanpflanzung von Bäumen würde dadurch nicht erreicht.
Als wesentlich wirksameren Schritt, im Rahmen einer nachhaltigen Kommunalpolitik, möchte die SPD-Ratsfraktion kein Geld in die Verwaltung von Bäumen, sondern in zusätzliche Baumpflanzungen investieren.
Im Übrigen habe die Auswertung der Verwaltung der bisherigen Satzung ergeben, dass der Aufwand in keinem tragbaren Verhältnis zum Erfolg stehe. Sie sei wirtschaftlich unsinnig. Die dafür erforderlichen Personalressourcen sollten besser in die Bewältigung der sozialen Corona-Folgen investiert werden.

Begleitende Maßnahmen der Verwaltung könnten neben der Bauberatung auch aufklärende Flyer, Merkblätter, Broschüren, Tipps und Ratschläge auf der Internetseite der Stadt sein, sowie die Anregung pädagogischer Konzepte in Kitas, Schulen und Umweltschutzeinrichtungen. Weiterhin könnte, bei Anfragen zu baumerhaltenden Maßnahmen, eine qualifizierte Beratung durch den Fachbereich 7 angeboten werden.

Der Städte- und Gemeindebund hat Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Schottergärten herausgegeben, in dem baurechtliche Instrumente und praktische Beispiele aufgeführt sind.

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