Der Angeklagte soll in der Silvesternacht 2023/2024 gegen 00:20 Uhr
gemeinsam mit weiteren Familienangehörigen in der Ziegelstraße in Bad
Salzuflen auf zwei andere Familien getroffen sein. In Richtung dieser habe er
Böller geworfen. Deshalb sei der Zeuge C auf den Angeklagten zugegangen
und habe gefragt, was das solle. Der Angeklagte soll daraufhin mit dem
rechten Arm ausgeholt haben, um dem Zeugen C mit der Faust ins Gesicht
zu schlagen. Dem Zeugen C sei es gelungen, dem Schlag auszuweichen, C
habe dem Angeklagten daraufhin aber seinerseits ins Gesicht geschlagen.

Gegen 01:00 Uhr habe der Angeklagte Gegenstände gegen die
Fensterscheibe der Wohnung einer der beiden Familien geworfen. Deshalb
sei der Zeuge D auf die Gruppe des Angeklagten zugeeilt. Als der Zeuge D
gesehen haben, dass der Angeklagte ein Messer bei sich geführt habe, habe
er sich sofort umgedreht und sei zunächst davongerannt. Dann sei er jedoch
stehen geblieben, habe die Hände erhoben und den Angeklagten
aufgefordert, aufzuhören. Der Angeklagte soll dem Zeugen D daraufhin
Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben, wodurch dieser Schmerzen und
Rötungen im Gesicht erlitt.

Daraufhin soll der Angeklagte den Entschluss gefasst haben, den Zeugen D
zu töten. Er habe deshalb zwei Mal mit einem Obstmesser in Richtung des
Halses des Zeugen D gestochen. Die Zeugin B soll den Angeklagten von dem
D weggestoßen haben, woraufhin der D hinter ein parkendes Auto habe
flüchten können. Zwar soll der Angeklagte erkannt haben, dass der D nicht
schwer verletzt gewesen sei, er habe aber gleichwohl von ihm abgelassen. D
soll eine Schnittwunde am linken Ohrläppchen und eine etwa vier Zentimeter
tiefe Stichwunde im linken Halsbereich erlitten haben. Konkrete Lebensgefahr
habe nicht bestanden.

Im Anschluss soll sich der Angeklagte dem Zeugen N zugewandt haben und
diesem ebenfalls Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben, wodurch dieser
eine schmerzhafte Reizung an seinen Augen erlitten habe.

Landgericht Detmold, Dienstag, den 07. Oktober 2025, 09:00 Uhr (Strafkammer I)

Quelle: Landgericht Detmold

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