Stellungnahme der CDU-Ratsfraktion zur Innenstadtentwicklung
Meldung vom 11. Juli 2025,
Allgemein
Wir halten es für absolut unverständlich, dass Bürgermeister Hilker den Rat der Stadt Detmold weder über das erste „Forum Innenstadt“ informiert noch zur Teilnahme eingeladen hat. Eine derart zentrale Veranstaltung zur Zukunft unserer Innenstadt unter Ausschluss des Rates durchzuführen, widerspricht unserem Verständnis von verantwortungsvoller Stadtentwicklung und demokratischer Beteiligung.
Auch die Studie des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) – laut Hilker die „größte Innenstadtstudie Deutschlands“ – wurde uns bisher weder vorgestellt noch kritisch im politischen Raum diskutiert. Dass gleichzeitig Entscheidungen vorbereitet werden, die erhebliche Auswirkungen auf das Stadtbild und den Haushalt haben, ist aus unserer Sicht nicht nur inakzeptabel, sondern auch politisch hochproblematisch.
Wir schätzen das Engagement der Werbegemeinschaft ausdrücklich und erkennen an, dass die Gewerbetreibenden wichtige Stimmen in der Innenstadtdebatte sind. Doch Bürgermeister Hilker reduziert die Diskussion auf einen Kreis ausgewählter Akteure und ignoriert dabei systematisch die berechtigten Interessen anderer Gruppen.
„Unsere Kritik richtet sich nicht gegen die Werbegemeinschaft, sondern gegen die einseitige Kommunikation und fehlende Transparenz seitens der Stadt“, betont Renate Hartmann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU.
„Schon vor dem LZ-Artikel hatte ich etliche Gespräche mit Geschäftsinhabern, Bürgerinnen und Bürgern, die sich nicht ausreichend gehört fühlten. Nach dem Artikel haben sich zusätzlich viele Menschen bei mir gemeldet – sie fühlen sich übergangen und nicht mitgenommen. Innenstadtentwicklung betrifft uns alle – deshalb müssen auch alle gehört werden.“
Die geplante Umgestaltung der Krummen Straße zur Fußgängerzone – ein Projekt mit voraussichtlichem Millionenvolumen – wurde bislang auf einem alten Verkehrsversuch und einer unrepräsentativen Bürgerbefragung vorbereitet. Das ist kein moderner Beteiligungsprozess, sondern ein Alleingang des Bürgermeisters.
Die offenen Fragen bleiben:
• Warum wurden die Anwohnerinnen und Anwohner nicht einbezogen?
• Wer wurde eingeladen – und wer bewusst nicht?
• Gab es ein einhelliges Votum oder nur selektive Zustimmung?
• Und: Reicht eine bundesweite Studie aus, um die lokalen Bedürfnisse Detmolds zu beurteilen?
Noch gravierender ist das völlige Fehlen einer nachvollziehbaren Finanzierung. Weder Fördermittel noch Eigenanteile oder mögliche Kreditaufnahmen wurden konkret benannt. Der Haushaltslage der Stadt wird keinerlei Rechnung getragen.
„Ohne einen klaren Finanzierungsplan wird jede Vision schnell zur Belastung – und zwar für den gesamten städtischen Haushalt“, erklärt unser Fraktionsvorsitzender Jörg Thelaner.
„Selbst wenn Fördermittel fließen, muss die Stadt hohe Eigenanteile leisten. Das kann bedeuten, dass andere wichtige Projekte wie die Sanierung von Schulen oder Straßen zurückgestellt werden müssen – oder dass freiwillige Leistungen im sozialen oder kulturellen Bereich ganz wegfallen. Dafür tragen wir als CDU keine Verantwortung – und das sollte auch niemand leichtfertig in Kauf nehmen.“
Erschwerend kommt hinzu: Kritik an diesem Vorgehen pauschal als „wahlkampftaktisch“ oder „fachlich unbegründet“ abzutun, ist nicht nur anmaßend, sondern ein Schlag ins Gesicht für all jene, die sich sachlich, fundiert und mit Blick auf die Zukunft unserer Stadt äußern.
Nicht zuletzt darf daran erinnert werden, dass der Antrag zur Umgestaltung von der Krummer Straße und Exterstraße von SPD und Grünen eingebracht wurde – mit dem klaren Ziel, die Straßen vom Pkw-Verkehr zu befreien. In der Ratssitzung vom 26.06.2025 wurde der Antrag von der Tagesordnung genommen und nicht zur Diskussion gestellt. Nun soll ausgerechnet am 04.09.2025 – nur zehn Tage vor der Kommunalwahl – darüber entschieden werden.
Wir fragen uns: Warum diese Eile? Wem nützt diese Taktik? Ein Vorhaben dieser Tragweite gehört in die Hände des neu gewählten Rates, mit voller demokratischer Legitimation und dem nötigen Verantwortungsbewusstsein.
Quelle & Foto: CDU – Ratsfraktion Detmold










