Premiere von »Das schlaue Füchslein«
Meldung vom 26. November 2025,
Allgemein
Leoš Janačeks Oper »Das schlaue Fuchslein« (Přihody lišky Bystroušky) auf der Bühne: Eine Welt, in der Waldtiere sprechen, Menschen träumen und der Kreislauf des Lebens poetisch erklingt, entfaltet sich. Das 1924 in Brünn uraufgeführte Werk gilt heute als eine der eigenwilligsten und zugleich anrührendsten Schöpfungen des 20. Jahrhunderts. Doch seine Entstehungsgeschichte ist ebenso ungewöhnlich wie sein Klang.
Das Libretto, das der Komponist selbst verfasste, geht auf eine Folge von humorvollen Erzählungen des tschechischen Schriftstellers Rudolf Těsnohlídek und auf einen Comicstrip von Stanislav Lolek zurück, der 1920 in der Brünner Zeitung Lidové noviny erschienen ist. Der damals über 70-jährige Komponist, der sich zuvor mit dramatischen Stoffen wie Jenůfa oder Káťa Kabanová einen Namen gemacht hatte, erkannte in dieser Fabel die Möglichkeit, neue musikalische Wege zu gehen. Er besuchte Wälder rund um Brno, notierte Vogelgesänge, sammelte sprachliche Wendungen aus dem mährischen Dialekt und verwob sie in sein Libretto. So wurde aus einer heiteren Fortsetzungsgeschichte ein tiefgründiges Werk des Musiktheaters.
Janáčeks Partitur ist von unverwechselbarem Charakter und kombiniert volkstümliche Melodik mit impressionistischen Farben und rhythmischer Schärfe. Bei der Erschaffung der Oper horchte der Komponist auf die Melodie alltäglicher Gespräche und übersetzte sie in rhythmisch pointierte Phrasen, wodurch das Werk seine unverwechselbare Natürlichkeit erhält und das Publikum schnell in ihre Märchenwelt entführt.
Auf den ersten Blick wirkt »Das schlaue Füchslein « wie ein Kinderstück: Füchse, Frösche, Grillen und Dachse führen ein heiteres Eigenleben. Doch Janáček geht weit darüber hinaus. Im Mittelpunkt steht der Förster, der das Füchslein als Jungtier fängt, es später wieder verliert und am Ende in stiller Resignation dem Lauf der Natur zusieht. Aber unter der märchenhaften Oberfläche schimmert ein philosophischer Kern: Freiheit und Verantwortung, Liebe und Verlust, Geburt und Tod — alles gehört zum immerwährenden Kreislauf des Daseins. »Das schlaue Füchslein« ist mehr als eine Tiergeschichte: Es ist eine Feier des Lebens, ein musikalisches Mosaik aus Witz, Weisheit und Naturschönheit. Janáček hat mit diesem Werk einen Zauber geschaffen, der uns daran erinnert, wie eng wir mit der Welt um uns herum verbunden sind. Auch hundert Jahre später bleibt Janáčeks Oper erstaunlich jung.
Unter der Musikalischen Leitung vom 1. Kapellmeister Claudio Novati inszeniert in Detmold Lars Marcel Braun diese Oper nach dem Konzept von Geertje Boeden für die ganze Familie. Die Ausstattung stammt von Beata Kornatowska. Johanna Nylund gibt die Füchsin Schlaukopf, Emily Dorn den Fuchs. Inder Rolle des Försters ist Jonah Spungin zu erleben.
Premiere: Freitag, 5. Dezember 2025, 19:30 Uhr, Großes Haus
Weitere Vorstellungen: So 7.12. / Fr 19.12. / Fr 26.12.25 (18:00 Uhr) / Mi 14.1. / Sa 31.1. / So 1.2. / Sa 7.2. / Mi 18.3. / Do 21.5.26, jeweils 19:30 Uhr, wenn nicht anders angegeben
Zusatzveranstaltungen rund um die Premiere:
EinführungsMatinee: So 23.11.2025, 11:30 Uhr, Aula der alten Schule am Wall
Öffentliche BühnenOrchesterprobe: Sa 29.11.2025, 10:00 Uhr, Großes Haus
OberTexte & SubTöne: Di 20.1.2026, 19:30 Uhr, Buchhandlung »Kafka & Co.«
NachSpiel — das Publikumsgespräch: Mi 18.3.2026, Foyer-Restaurant
Quelle & Foto: Landestheater Detmold












