Premiere »Ein Volksfeind«
Meldung vom 24. August 2026,
Allgemein
Der Kurarzt Thomas Stockmann ist sich ganz sicher, dass er aufgrund seiner neuen Entdeckung von allen Mitbürgern gefeiert und in die Annalen seiner Heimatstadt eingehen wird: In gründlicher wissenschaftlicher Recherche hat er herausgefunden, dass das Wasser im lokalen Kurbad im Grunde eine Kloake ist: gefährliche Keime, Bakterien, Viren und chemische Rück- stände in Hülle und Fülle. Als der letzte Beweis — eine Untersuchung der Wasserqualität durch das chemische Institut der Universität — eintrifft, macht er sich eilends daran, die Öffentlichkeit zu informieren und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Presse in Form des örtlichen Landes-Boten ist sofort Feuer und Flamme und will den Skandal nicht nur an die Öffentlichkeit bringen, sondern auch als Kritik an den ortsansässigen Eliten benutzen. Auch der Verleger und Vorsitzender der Mietervereinigung Aslaksen stellt sich auf Thomas Stockmanns Seite. Allein der Bürgermeister Peter Stockmann, der ältere Bruder des Kurarztes, ist von dessen Forschung alles andere als begeistert. Denn um das Problem des verseuchten Wassers zu beseitigen, müssten sämtliche Leitungen ausgetauscht und das Kurbad für zwei Jahre geschlossen werden. Das würde den finanziellen Ruin der Stadt bedeuten. Also macht sich der Bürgermeister mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln daran, die Aussagen seines Bruders zu diskreditieren. Als klar wird, dass die Forschungsergebnisse des Kurarztes die finanziellen Ressourcen aller Bürger gefährden, kippt die öffentliche Meinung. Thomas Stockmann wird nach und nach isoliert — nur seine Tochter Petra stärkt ihm noch den Rücken.
In seiner Bearbeitung von Ibsens »Ein Volksfeind« hat sich der ukrainische Autor Dmitrij Gawrisch auf die Kernfiguren und -konflikte konzentriert. Zudem stellt er Petra Stockmann, die Tochter des Badearztes, in den Vordergrund: Als Erzählerin führt sie durch den Abend, kommentiert und hat das letzte Wort. Sie ist scheinbar die einzige mit einer Vision für die Zukunft und vielleicht so etwas wie eine Hoffnungsträgerin …
Immer nah am Original, aktualisiert Gawrisch den Text mit Bezügen zur aktuellen Medienlandschaft und erzählt ihn als spannenden Politthriller, der nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat.
In Detmold inszeniert Schauspieldirektor Gustav Rueb diese Fassung von »Ein Volksfeind« als Deutsche Erstaufführung. Die Bühne stammt von Jule Dohrn-van Rossum, die Kostüme von Nina Kroschinske.
Premiere: Freitag, 25. September 2026, 19:30 Uhr, Großes Haus
Weitere Vorstellungen: Do 1.10. / Fr 2.10. / Sa 17.10. (15:00 & 19:30 Uhr) / Di 29.12.2026 / So 17.1. / So 31.1. / Mi 3.2.2027, jeweils 19:30 Uhr, wenn nicht anders angegeben
Zusatzveranstaltungen rund um die Premiere:
EinführungsMatinee: So 20.9.2026, 11:30 Uhr, Rathaus Detmold, Sitzungssaal
NachSpiel — das Publikumsgespräch: So 31.1.2027, Foyer-Restaurant
Quelle & Foto: Landestheater Detmold










