Mit Schornsteinfeger, Kleeblatt und Marzipanschweinchen

Meldung vom 31. Dezember 2020,
Allgemein

Am 31. Dezember wird Silvester gefeiert.

Sylvester oder Silvester? Das ist hier die Frage. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Sylvester hat ein „y“ im Namen und ist der Kater der Looney Tunes (hat auch ein y). Silvester (mit „i) ist dagegen der letzte Tag des Jahres und geht auf den Kirchenmann (ebenfalls ein „i“) Papst Silvester I. zurück.

Als Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 n.Chr. eine Kalenderreform veranlasste, war bis dahin der 24. Dezember der letzte Tag des Jahres gewesen. In Bezug auf das Kirchenjahr war diese Einteilung auch in sofern logisch gewesen, da mit Heiligabend und der Geburt von Jesus eine alte Zeitrechnung endete und mit Weihnachten eine neue begann. Nach der Kalenderreform war nun der Todestag von Papst Silvester I. (285 – 335 n.Chr.), der 31. Dezember, der neue letzte Tag des Jahres.

Auch, wenn das Fest zum Ende des Jahres nach einem christlichen Papst benannt ist, ist die Feierlichkeit an sich keine rein christliche Tradition. Bereits die Germanen und Römer feierten den Tag. Der erste schriftliche Beleg für ein solches Fest findet sich für den Januar zu Beginn des Jahres 153 v. Chr. Damals hatte man den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar vorgezogen.

Schon viele Jahre bevor Papst Gregor auf die Idee einer Kalenderreform kam, hatte Julius Cäser die gleiche Idee. Im Jahre 46 v. Chr. führte er den Julianischen Kalender ein. Damals wurde der 1. Januar zum ersten Tag des Jahres, um Janus, den römischen Gott der Anfänge, zu ehren. Das neue Jahr feierte man mit Opfergaben an Janus, der Ausschmückung von Häusern mit Lorbeerzweigen, dem Besuch von Festen und dem Austausch von Geschenken.

Allerdings ist der 31. Dezember kein Universaldatum. Im Judentum und Islam richtet man sich beim Neujahrsfest nach den Mond- bzw. Sonnenjahren. Auch in Asien richtet man sich in vielen Kulturen nach dem Mond. Das chinesische Neujahr beispielsweise fällt traditionell immer auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und 21. Februar.

Viele unserer Silvesterbräuche und -symbole sind aus der langen Tradition des Festes entstanden und haben teilweise sogar noch einen germanischen Ursprung

Glücksschwein
Für die Germanen war ein wilder Eber ein heiliges Tier. In europäischen Kulturen war ein Schwein, insbesondere eine Sau aber auch Symbol für Wohlstand. Das Glücksschwein gilt deshalb als Fruchtbarkeitssymbol und Glücksbringer. Dem Volksglauben nach soll man zu Neujahr einen Schweinsrüssel oder zumindest Schweinefleisch essen, damit man im neuen Jahr Glück hat. Das hat wohl auch etwa damit zu tun, dass es damals nur selten Fleisch zu essen gab. Wer ein Schwein besaß, galt als wohlhabend. Wer heute aus ethischen oder persönlichen Gründen auf Fleisch verzichten möchte, kann aber genauso gut ein Marzipanschweinchen essen.

Schornsteinfeger (Rauchfangkehrer)
„Schornsteinfeger bringen Glück“, lautet eine alte Volksweisheit. Als man noch am offenen Herdfeuer kochte, war die Gefahr eines Brandes allgegenwärtig. Ein gut gereinigter Kamin reduzierte die Gefahr eines Feuers, sodass der Schornsteinfeger nicht nur Glück, sondern vor allem Sicherheit brachte.

Glücksklee
Wer ein vierblättriges Kleeblatt findet, hat Glück. Schon allein, weil vierblättrige so viel seltener sind, als dreiblättrige. Dabei ist wichtig, dass man es findet ohne danach gesucht zu haben. Dem christlichen Glauben nach, erinnert es an das Kreuz und die Verheißung der Auferstehung.

Feuerwerk
Böller und Feuerwerk zu Silvester sind nicht ganz unstrittig, haben aber einen historischen Hintergrund. Genau genommen gehen sie wohl auf die Sonnenwendfeuer der Germanen zurück, die mit dem Fest der Wintersonnenwende ihr Neujahr begingen. Das Feuer sollte böse Geister und die Dunkelheit vertreiben.

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