Mehr Hilfe bei Migräne
Meldung vom 31. Oktober 2025,
Allgemein
Etwa 15 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer in Deutschland haben Migräne-Attacken. Eine aktualisierte Leitlinie empfiehlt neue Behandlungsmöglichkeiten.
Gute Nachricht für alle, die an Migräne leiden: Die medizinischen Fachgesellschaften empfehlen neue wirksame Mittel gegen die heftigen, pochenden Kopfschmerzen, die oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet sind und denen teils Aura-Symptome wie Seh- oder Sprachstörungen vorausgehen.
In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten stark erweitert. Neue Wirkstoffe sind auf den Markt gekommen, die bei akuten Attacken helfen oder Migräne wirksam vorbeugen, dazu gibt es neue Empfehlungen für Verfahren jenseits von Medikamenten.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie sowie die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft haben die wissenschaftlichen Studien dazu ausgewertet. Die Ergebnisse sind in die frisch aktualisierte S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ eingeflossen. Wir geben einen Überblick.
Das raten Mediziner bei Migräne-Attacken
Die wichtigsten Empfehlungen und Neuerungen der Leitlinie lauten wie folgt:
- Als wirksamste Medikamente zur Akutbehandlung gelten weiterhin Triptane.
- Eine neue Wirkstoffkombination mit einem Triptan und einem langwirksamen Schmerzmittel hat sich nach der aktualisierten Einschätzung der Fachgesellschaften als wirksam gezeigt. Die Krankenkassen zahlen sie in der Regel aber nicht.
- Für Menschen, bei denen Triptane nicht wirken oder die sie wegen anderer Erkrankungen nicht einnehmen dürfen, steht seit 2023 in Deutschland der in der Leitlinie empfohlene Wirkstoff Lasmiditan zur Verfügung und seit diesem Sommer auch der Wirkstoff Rimegepant.
- Bei hohem Leidensdruck kommen viele, auch neuartige Wirkstoffe zur Prophylaxe infrage, um Schwere und Häufigkeit von Attacken zu verringern.
- Ausdauersport, Entspannungsverfahren, kognitive Verhaltenstherapie und Biofeedback empfiehlt die überarbeitete Leitlinie weiterhin.
Tipp: Die Deutsche Hirnstiftung hat erstmals eine patientenverständliche Version der Leitlinie erstellt. Sie enthält auch Behandlungsempfehlungen von Migräne bei Kindern und Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden.
Quelle & Foto: Stiftung Warentest












