Etwa 15 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer in Deutsch­land haben Migräne-Atta­cken. Eine aktualisierte Leit­linie empfiehlt neue Behand­lungs­möglich­keiten.

Gute Nach­richt für alle, die an Migräne leiden: Die medizi­nischen Fachgesell­schaften empfehlen neue wirk­same Mittel gegen die heftigen, pochenden Kopf­schmerzen, die oft von Übel­keit und Erbrechen begleitet sind und denen teils Aura-Symptome wie Seh- oder Sprach­störungen voraus­gehen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum an Behand­lungs­möglich­keiten stark erweitert. Neue Wirk­stoffe sind auf den Markt gekommen, die bei akuten Atta­cken helfen oder Migräne wirk­sam vorbeugen, dazu gibt es neue Empfehlungen für Verfahren jenseits von Medikamenten.

Die Deutsche Gesell­schaft für Neurologie sowie die Deutsche Migräne- und Kopf­schmerzgesell­schaft haben die wissenschaftlichen Studien dazu ausgewertet. Die Ergeb­nisse sind in die frisch aktualisierte S1-Leit­linie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ einge­flossen. Wir geben einen Über­blick.

Das raten Mediziner bei Migräne-Atta­cken

Die wichtigsten Empfehlungen und Neuerungen der Leit­linie lauten wie folgt:

  • Als wirk­samste Medikamente zur Akutbe­hand­lung gelten weiterhin Triptane.
  • Eine neue Wirk­stoff­kombination mit einem Triptan und einem lang­wirk­samen Schmerz­mittel hat sich nach der aktualisierten Einschät­zung der Fachgesell­schaften als wirk­sam gezeigt. Die Krankenkassen zahlen sie in der Regel aber nicht.
  • Für Menschen, bei denen Triptane nicht wirken oder die sie wegen anderer Erkrankungen nicht einnehmen dürfen, steht seit 2023 in Deutsch­land der in der Leit­linie empfohlene Wirk­stoff Lasmiditan zur Verfügung und seit diesem Sommer auch der Wirk­stoff Rimegepant.
  • Bei hohem Leidens­druck kommen viele, auch neuartige Wirk­stoffe zur Prophylaxe infrage, um Schwere und Häufig­keit von Atta­cken zu verringern.
  • Ausdauer­sport, Entspannungs­verfahren, kognitive Verhaltens­therapie und Biofeedback empfiehlt die über­arbeitete Leit­linie weiterhin.

Tipp: Die Deutsche Hirn­stiftung hat erst­mals eine patientenverständliche Version der Leitlinie erstellt. Sie enthält auch Behand­lungs­empfehlungen von Migräne bei Kindern und Jugend­lichen, Schwangeren und Stillenden.

Quelle & Foto: Stiftung Warentest