Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2024 rund 269,4 Millionen Euro (2023: 251,1 Millionen Euro) im Kreis Lippe ausgegeben. Der Kreis Lippe als LWL-Mitglied zahlte im selben Jahr einen Mitgliedsbeitrag von rund 119,6 Millionen Euro (2023: 109,8 Millionen Euro) an den Kommunalverband. Die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen stammt im Wesentlichen aus zusätzlichen Bundes- und Landesmitteln, die der LWL verwaltet. In der LWL-Landschaftsversammlung ist der Kreis Lippe durch die Abgeordneten Birgit Tornau (CDU), Heinrich Zertik (CDU), Antonius Grothe (SPD) und Wolfgang Rothstein (SPD) vertreten.

Im vergangenen Jahr unterstützte der LWL mit dem größten Teil seiner Ausgaben insgesamt 4.156 (2023: 4.092) behinderte Menschen im Kreis Lippe. Insgesamt flossen 136,1 Millionen Euro (2023: 128,3 Millionen Euro) in diese sozialen Aufgaben. Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Dazu gehört unter anderem auch, dass Menschen mit Behinderung arbeiten können, oft in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Der LWL finanzierte 2024 im Kreis Lippe insgesamt 1.662 (2023: 1.709) Arbeitsplätze für Menschen mit wesentlicher Behinderung in Werkstätten.
Ziel müsse es aber sein, so viele Menschen wie möglich auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt in Betrieben und Verwaltungen zu beschäftigen, so der Direktor des LWL, Dr. Georg Lunemann. „Das hat unsere Landschaftsversammlung beschlossen: Wir wollen zehn Prozent der Menschen mit Behinderung in den Werkstätten für behinderte Menschen in Westfalen-Lippe bis 2030 möglichst in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln. Wir wollen als LWL mit gutem Beispiel vorangehen und unsere eigene Schwerbehindertenquote auf zehn Prozent hochschrauben, doppelt so viel wie vorgeschrieben.“

Betriebe, die – gemessen an ihrer Mitarbeitendenzahl – zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen und damit die sogenannte Schwerbehindertenquote von fünf Prozent unterschreiten, zahlen deswegen eine Ausgleichsabgabe an den LWL. Aus diesen Mitteln investierte der LWL im vergangenen Jahr rund 2,4 Millionen Euro (2023: 2,7 Millionen Euro) im Kreis Lippe, um Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen oder zu erhalten.

Ein Teil des selbstbestimmten Lebens ist zudem das Wohnen in den eigenen vier Wänden: Der LWL fördert das betreute Wohnen als Alternative zum stationären Leben in besonderen Wohnformen (früher: Wohnheim). Im vergangenen Jahr unterstützte der Kommunalverband 1.137 (2023: 1.086) Menschen im Kreis Lippe dabei, alleine oder mit anderen in der eigenen Wohnung leben zu können.

Inklusion wird beim LWL schon von klein auf gefördert: Damit 579 (2023: 550) behinderte Kinder zusammen mit Kindern ohne Behinderung eine Regel-Kindertageseinrichtung im Kreis Lippe besuchen konnten, zahlte der Landschaftsverband 2024 rund 5,2 Millionen Euro (2023: 4,4 Millionen Euro). Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 184 (2023: 169) Kinder mit Behinderung aus dem Kreis Lippe eine Förderschule des LWL.

An Entschädigungsleistungen zahlte der LWL 2024 im Kreis Lippe rund 4,1 Millionen Euro (2023: 3,4 Millionen Euro), unter anderem an Kriegsopfer und Hinterbliebene.

Arbeitsplätze beim LWL
Im Kreis Lippe arbeiteten im vergangenen Jahr 195 (2023: 190) Menschen im Dienst des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe im LWL-Freilichtmuseum Detmold und in dem LWL-Industriemuseum Ziegelei Lage.

Quelle & Foto: LWL – Pressestelle