Letzter Gründer der Musikhochschule verstorben

Meldung vom 8. März 2021,
Allgemein

Hochschule trauert um ehemaligen Oboenprofessor Helmut Winschermann.

Der Oboist und frühere Professor der Hochschule für Musik Detmold Helmut Winschermann ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Winschermann hatte von 1948 bis 1992 in Detmold Oboe unterrichtet. Aus seiner Klasse sind zahlreiche erfolgreiche Oboisten hervorgegangen, beispielsweise Hansjörg Schellenberger (Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker), der bereits verstorbene Günther Passin (Oboist im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Professor in München und Salzburg), Ingo Goritzki (Oboist in Basel und Frankfurt, Professor für Oboe in Hannover und Stuttgart) oder Gernot Schmalfuß, der Winschermann nach Ausscheiden auf seine Professur in Detmold folgte.  

Hochschulrektor Prof. Dr. Thomas Grosse zum Tode Winschermanns: „Mit Helmut Winschermann verabschieden wir uns von dem letzten Kollegen, der zum Gründungskreis der Hochschule gezählt wird. An der bedeutenden Rolle unserer Hochschule beim Aufbau der Bläserausbildung in der Nachkriegszeit hatte er einen herausragenden Anteil und beeinflusste nicht nur das Oboenspiel, sondern auch die Kammermusikarbeit maßgeblich.“ Auch Prof. József Kiss, derzeitiger Oboenprofessor, würdigte Winschermann als herausragenden Vertreter seines Instruments: „Helmut Winschermann ist ein Oboist, der eine Tradition begründete, auf die etliche Nachfolgegenerationen dieses Instruments aufbauen konnten“, sagte Kiss, der seinen „Vor-Vorgänger“ noch anlässlich seines 90. Geburtstag mit seiner Klasse in Paderborn besucht hatte. 

Helmut Winschermann, am 22.03.1920 geboren, studierte Oboe, Klavier und Violine an der Folkwang Hochschule der Stadt Essen. Bereits nach einjährigem Studium wurde er als 1. Oboist in das damalige Landesorchester Ruhr-Niederrhein (Essen) aufgenommen, nachdem er bereits während seines Studiums im Städtischen Orchester Witten als 1. Oboist mitwirkte. Nach dem Krieg war er von 1946 bis 1952 Solo-Oboist des Symphonie-Orchesters von Radio Frankfurt. In den 50er Jahren erwarb Winschermann seinen Ruf als „Sänger auf der Oboe“, da er eine neue Spielkultur auf seinem Instrument entwickelte, die den bis heute üblichen Klang der Oboe mitprägte. „Für mich waren es schon ereignisreiche Jahre, wenn sich etwa bei der Einspielung der Matthäus-Passion Sänger wie Fritz Wunderlich in der Probe umdrehten und sagten: ,der spielt ja genauso, wie ich es singe‘“, so Winschermann in einem Interview anlässlich seines 70. Geburtstages. 

Der Oboist war Gründer der Deutschen Bachsolisten, einem Kammerorchester, das sich in besonderer Weise dem Werke Johanns Sebastian Bachs in barocker Aufführungspraxis verschrieben hat. Er leitete das Orchester anfänglich von der Oboe aus, später vom Dirigentenpult. Mehrere preisgekrönte Aufnahmen sind bei verschiedenen Labels erschienen. 1995 unternahm das Orchester eine Tournee mit Bachs Brandenburgischen Konzerten nach Japan. Noch im Alter von 91 brachte Winschermann mit den „Bachsolisten“ auf Initiative seines Schülers Ingo Goritzki Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ in Rottweil (Schwarzwald) zur Aufführung. 

Foto: Privat

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