Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar erinnert an die Millionen Menschen, die während der NS-Zeit ausgegrenzt, vertrieben, verfolgt und ermordet wurden. Häufig erinnern nur noch historische Unterlagen an die Betroffenen. Aber auch die Biografien von Tätern können anhand von Archivquellen rekonstruiert werden.

Ein eindrückliches Beispiel bietet der Holzschnitzer Wilhelm Dreimann (1904-1946) aus Detmold-Hiddesen. Er war in der Wachmannschaft im KZ Neuengamme eingesetzt. 1946 wurde er vor einem britischen Militärgericht angeklagt und wegen seiner Verbrechen in der Endphase des Krieges zum Tod verurteilt. Unter anderem war er an der Ermordung von 20 jüdischen Kindern in einer Hamburger Schule beteiligt.
Wir informieren über einen Vortrag von Maria Bostelmann anlässlich der Veranstaltungen zum Holocaustgedenktages:

Freitag, 6. Februar, 19.30 Uhr, Stadtarchiv Detmold / Landesarchiv NRW, Willi-Hofmann-Straße 2
„Warum ist heute wichtig, dass wir gestern verstehen?“
Die Aufarbeitung der Familiengeschichte des Detmolder NS-Verbrechers Wilhelm Dreimann

Dreimanns Urenkelin Maria Bostelmann (geb. Holzgrewe) hat sich intensiv mit der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte beschäftigt. Sie klärt öffentlich über die Taten ihres Vorfahren auf und hat dazu bereits an verschiedenen Sendungen des ZDF mitgearbeitet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Stadtarchivs Detmold, des Landesarchivs NRW (Abteilung Ostwestfalen-Lippe) und des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe e.V.

Quelle: Pressestelle Stadt Detmold

Foto: Detmold Plus