Durch die (Klo-)Brille geschaut

Meldung vom 19. November 2020,
Allgemein

Am 19. November wird Welttoilettentag gefeiert

„Abgabe nur in haushaltüblichen Mengen“. Die Rede ist von Toilettenpapier. Obwohl die Supermärkte und Toilettenpapierhersteller betonen, dass das Toilettenpapier nicht knapp ist, steht man vor leeren Regalen.

Dabei ist das ein echtes Luxusproblem. Der Welttoilettentag wurde das erste Mal 2001 von der Welttoilettenorganisation begangen, um darauf aufmerksam zu machen, dass rund 40 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu ausreichend hygienischen Sanitäreinrichtungen haben.
Dabei geht es um mehr als nur zu wenig Toiletten. Mit mangelnden Sanitäreinrichtungen sind immer auch mangelnde Hygiene und damit die Ausbreitung ansteckender Krankheiten verbunden.
Unzureichende Sanitärversorgung und dadurch bedingt, offen liegende Fäkalien, wirken sich wiederum auf die Versorgung mit Frischwasser aus und können in der Folge schwere Krankheiten auslösen.

In abgelegenen Gebieten ohne Kanalanschluss greift man auf Sickergruben zurück, die allerdings Auswirkungen auf das Grundwasser haben können. In wasserarmen Gebieten der Erde sind Kläranlagen ebenso keine zufriedenstellende Lösung, weil sie in der Abwasseraufbereitung zu viel Frischwasser verbrauchen.
Die Welttoilettenorganisation wirbt deshalb für kreislauforientierte Sanitärsysteme, mit denen man sowohl Wasser spart und die in den Fäkalien enthaltenen Nährstoffe als Düngemittel verwenden kann.

Dafür, dass das System Toilette bereits so alt ist, haben heute noch nicht alle Menschen Zugang dazu. Bereits vor gut 2800 Jahren gab Abortanlagen und die alten Römer kannten sowohl öffentliche Toiletten als auch in den Häuser befindliche WCs. Dazu gehörte auch schon ein Abwassersystem. Im Mittelalter verwarf man das System der Römer wieder. Das „Plumpsklo“ hielt sich bis in die Frühe Neuzeit. Erst 1822 wurde die erste Toilette mit Wasserspülung im Münchener Palais Leuchtenberg installiert.

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