Die Erfahrungen der „Steppenkinder“

Meldung vom 2. Dezember 2020,
Allgemein

Neuer Podcast über Aussiedler

Die Kulturschaffenden Ira Peter und Edwin Warkentin vermitteln in ihrem Podcast „Steppenkinder. Der Aussiedler Podcast“ Wissen über (Spät-)Aussiedler aus postsowjetischen Staaten. Gemeinsam mit Experten beleuchten sie Mitgebrachtes und Zurückgelassenes aus Migrationsgeschichten – faktenbasiert, tiefgehend, gut verständlich und mit vielen persönlichen Geschichten

Aufgewachsen in einem sozialistischen System, Auswanderung und Neuanfang – solche und viele andere Erfahrungen teilen sich Aussiedler aus postsozialistischen Staaten, die heute in Deutschland leben. Der neue Podcast „Steppenkinder“ will das Besondere der Russlanddeutschen als eine Gruppe der Aussiedler sichtbar machen. Gleichzeitig geht es den Machern Ira Peter und Edwin Warkentin darum, einer breiten Öffentlichkeit Wissen zu übergreifenden Themen wie Identität, Erinnerungskultur, Migrations- oder Integrationserfahrung zu vermitteln. Dafür sprechen sie mit Interviewgästen aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft.

Ira Peter ist Medien- und Kulturschaffende, Edwin Warkentin beschäftigt sich als Kulturreferent für Russlanddeutsche ebenfalls mit der Vermittlung von Kultur und Geschichte dieser etwa drei Millionen Mitbürger. Beide gehören selbst zur „mitgebrachten Generation“, die im Kindes- und Jugendalter mit ihren Familien aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen. Und weil beide zudem wie ein Großteil der (Spät-)Aussiedler aus Steppenregionen stammen, nennen sie ihren Podcast „Steppenkinder“.

In der ersten Folge stellen sie ihre persönlichen Geschichten vor, die stellvertretend für viele russlanddeutsche Biografien stehen. Dabei zeichnen sie ihre und die Wege ihrer Familien nach: „Allein anhand unserer Familiengeschichten sieht man, wie heterogen die Gruppe der Russlanddeutschen ist“, sagt Ira Peter. Gemeinsam haben sie aber alle die Steppen- und die Wanderungserfahrungen. Die Erfahrungen einer deutschen Minderheit in einem sozialistischen System der Nachkriegszeit teilen sie zudem mit vielen anderen Aussiedlern aber auch mit Ostdeutschen, wenn es um das Verhältnis von Mensch und System geht.

Weil die Hintergründe der Russlanddeutschen nur verständlich werden, wenn „die einzelnen Geschichten erzählt werden“, wie Kornelius Ens sagt, widmet sich der Podcast in der zweiten Folge dem Thema Erinnerungskultur. Hier erklärt Ens, Leiter des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, wie das kollektive Gedächtnis der Russlanddeutschen im Laufe der Jahrzehnte unter Stalin bis hin zur Perestroika nachhaltig gestört wurde. Und warum es wichtig ist kollektive Erinnerungen einer Gruppe wie die der Aussiedler im Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft, zu pflegen und an der Erinnerungskultur zu arbeiten.

Dass Russlanddeutsche viele Parallelen zu anderen Aussiedlern aus postsowjetischen Staaten wie Polen oder Rumänien haben sowie auch mit Ostdeutschen, beleuchtet der Podcast in den späteren Folgen wie beispielsweise mit Eleonora Hummel. Die Autorin emigrierte mit ihrer russlanddeutschen Familie 1982 in die DDR und erlebte die deutsch-deutsche Wiedervereinigung als Ost- und Russlanddeutsche.

Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge. Der „Steppenkinder – Der Aussiedler Podcast“ ist über gängige Anbieter wie Spotify und iTunes kostenfrei verfügbar sowie auf der Webseite des Museums: www.russlanddeutsche.de

Einblicke zu den Machern und der Produktion finden Interessierte auch auf: www.instagram.com/steppenkinder

Edwin Warkentin und Ira Peter sprechen in ihrem Podcast über Mitgebrachtes und Zurückgelassenes aus Migrationsgeschichten. Foto: Privat

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