Detmold per Drohne vermessen

Meldung vom 11. Dezember 2020,
Allgemein

Stadt Detmold testet neues Digitalisierungsverfahren.

Über der Johannes-Brahms-Musikschule kreist eine Drohne. Nach einem genau vermessenen Raster fliegt sie bestimmte Punkte ab, um das Gebäude digital zu erfassen. Eine weitere Drohne ermittelt mit einer Thermografiekamera, wo Schwachstellen in der Dämmung sein könnten. Von innen ist die Musikschule bereits per 360 Grad Scanner genauestens erfasst worden.

Im kommunalen Immobilienmanagement ist die Instandhaltungsplanung von Gebäuden ein wichtiger Baustein. An der Johannes-Brahms-Musikschule testet die Stadt Detmold derzeit ein neues Verfahren, bei dem die Innenräume des Gebäudes über Standkameras und der Außenzustand des Gebäudes mithilfe einer Kameradrohne digitalisiert werden. Auf dieser Grundlage kann dann die Instandhaltungsplanung vorangetrieben werden.

„Wenn die Aufnahmen unseren Erwartungen entsprechend was geworden sind, dann werden wir in den nächsten Jahren auch alle anderen 130 städtischen Gebäude beziehungsweise Liegenschaften so digitalisieren lassen“, erklärt Klaus Zimmermann, Fachbereichsleiter Tiefbau und Immobilienmanagement.

Matthias Hartmann von „Wir fliegen Drohne“ fliegt deutschlandweit Gebäude ab. Er sieht den Vorteil in der Gebäudedigitalisierung ganz klar darin, dass Renovierungsmaßnahmen nicht mehr unbedingt vor Ort besprochen werden müssen, sondern auch via Videokonferenz abgehalten werden können. „Das Abfliegen mit Drohnen ist schneller und kostengünstiger, als wenn man sich erst ein Gerüst oder einen Hubwagen kommen lassen muss. Außerdem haben wir mit Drohne und Wärmebildkamera schon Lecks entdeckt, wo ein Sachverständiger mit bloßem Auge nicht erkennen konnte.“

Anhand der Aufnahmen lassen sich auch Vermessungen durchführen. Über eine Plattform haben dann Sachverständiger darauf Zugriff, die auf dieser Grundlage ihre Gutachten erstellen. Damit wird eine Künstliche Intelligenz (KI) antrainiert, die irgendwann in der Lage sein wird, die Bilder so zu filtern, dass die Gutachter nur noch rund 200 Fotos sichten müssen und nicht mehr, wie bisher, gut 3000.

Foto: Katrin Merz/DetmoldPlus

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