Bis zu 13 Prozent weniger Spritverbrauch: Ministerium empfiehlt Helium in Autoreifen
Meldung vom 1. April 2026,
Allgemein
Autofahrer sollen mit einer neuen Reifenfüllung Kraftstoff sparen können. Die Umrüstung kostet rund 35 Euro pro Rad, bis zu 70 Prozent davon sollen auf Antrag erstattet werden.
Angesichts der hohen Preise für Benzin und Diesel empfiehlt das Bundesverkehrsministerium eine neue Maßnahme zur Senkung der Kraftstoffkosten: Künftig sollen Autofahrer ihre Reifen statt mit Luft mit Helium befüllen lassen. Nach einer aktuellen Handlungsempfehlung aus dem Ministerium kann die alternative Füllung nicht nur die Laufruhe verbessern, sondern auch den Reifenabrieb und damit die Feinstaubbelastung senken.
Nach Angaben des Ministeriums sind bei ersten Praxisauswertungen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 13 Prozent festgestellt worden. Der Effekt zeige sich demnach besonders im Stadtverkehr sowie bei Fahrzeugen, die häufig abbremsen und wieder beschleunigen. Als Ursache wird ein günstigeres Abrollverhalten der Reifen genannt.
Ein Sprecher des Hauses erklärte, Helium verfüge über „leichte und schwingungsarme Eigenschaften“, die sich positiv auf die Dynamik im Reifeninneren auswirken könnten. Dadurch lasse sich der Rollwiderstand verringern. Zugleich reduziere sich der Abrieb an der Lauffläche, was sich wiederum auf die Feinstaubemissionen auswirken könne.
Erste Tankstellen und Autohäuser haben nach Angaben aus der Branche bereits Anlagen zur Neubefüllung von Reifen installiert. Die Kosten liegen derzeit bei etwa 35 Euro pro Rad. Um die Umrüstung attraktiver zu machen, plant das Ministerium eine staatliche Förderung: Bis zu 70 Prozent der Kosten sollen auf Antrag erstattet werden können. Das dafür vorgesehene Online-Portal soll ab dem 1. April 2026 freigeschaltet werden.
Die Förderung soll zunächst befristet gelten und richtet sich den Angaben zufolge vor allem an Berufspendler, Vielfahrer und Halter größerer Fahrzeuge mit erhöhtem Verbrauch. Voraussetzung ist, dass die Neubefüllung bei einem zertifizierten Fachbetrieb vorgenommen und digital nachgewiesen wird. Das Antragsverfahren solle „weitgehend automatisiert“ ablaufen, hieß es aus Ministeriumskreisen.
In Werkstätten stößt die Empfehlung auf Interesse. Aus dem Kfz-Gewerbe heißt es, viele Kunden fragten derzeit gezielt nach Möglichkeiten, ihre laufenden Fahrzeugkosten zu senken. Einige Betriebe verweisen allerdings darauf, dass der Reifendruck nach der Umrüstung regelmäßig kontrolliert werden müsse. Zudem werde empfohlen, das Fahrzeug in den ersten Tagen nach der Neubefüllung möglichst gleichmäßig zu bewegen, damit sich das Gas im Reifen optimal verteilen könne.
Verbraucherschützer mahnen derweil eine transparente Kennzeichnung der angebotenen Füllsysteme an. Autofahrer müssten klar erkennen können, ob Reifen mit Druckluft, Stickstoff oder der neuen Heliumfüllung befüllt würden. Das Ministerium kündigte an, die Einführung zunächst wissenschaftlich begleiten und die Ergebnisse nach Abschluss der ersten Förderphase auswerten zu wollen.












